Neuerscheinung "Lebensreform in der Schweiz"

Die Dissertation "Lebensreform in der Schweiz (1850–1950): Vegetarisch essen, nackt baden und im Grünen wohnen" ist im Peter Lang Verlag erschienen. Das Buch kann beim Verlag oder im Buchhandel (z.B. ex libris) bestellt werden. Wegen der Förderung durch den Schweizerischen Nationalfond wird das eBook (PDF, ePUB, MOBI) kostenlos und frei zugänglich (Open Access) zur Verfügung gestellt. Sie können gerne zur Verbreitung der Publikation beitragen, indem Sie das eBook teilen und zum Download anbieten.

Workshop "Utopian Settlements"

Digitaler Workshop "Laboratories of the Social: Utopian Settlements and Reform Movements in the Long 19th Century"

Organisation: Anne Kwaschik (Universität Konstanz) und Claudia Roesch (GHI Washington)

 

Freitag, 28. Januar 2022, 14:00–15:30
Panel 2: Naturist Discourses and Alternative Forms of Living

  • Johannes Bosch (Heidelberg University): Modernizing Social Technologies in the French Naturist Milieu in the 1920s and 30s
  • Alexander van Wickeren (University of Cologne): Reform Movements and the Color Line: “Natural Life” and Segregation in Colonial South Africa in the Late 19th and Early 20th Century
  • Stefan Rindlisbacher (University of Fribourg): Healthy Living in the Tropics? Life Reform Settlements in Central America in the 1930s

Chair: Andrea Westermann (University of Constance) Commentator: Robert Kramm (LMU Munich)

 

Siehe für das vollständige Programm den Flyer.

 

Kontakt und Anmeldung: Claudia Roesch (roesch@ghi-dc.org)

 

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Vortragszyklus HAG Basel

Montag, 24. Januar 2022, 18:15 Uhr, Alte Aula des Naturhistorischen Museums Basel

 

PD Dr. Peter-Paul Bänziger, Basel
«Was ich schon alles erlebt habe und wie ich es erlebt habe!» Eine Geschichte des Tagebuchschreibens in den Jahrzehnten um 1900

 

Zweiter Akt mit einem Beitrag von Dr. Stefan Rindlisbacher, Fribourg
Müslis, Wasserkuren und Wanderferien. Die Gesundheitsangebote der Lebensreformbewegung

 

Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich.

 

Hier geht es zum vollständigen Programm.

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Sechste Schweizerische Geschichtstage

Am 29. Juni–1. Juli 2022 finden an der Universität Genf die 6. Schweizerischen Geschichtstage zum Thema "Natur" statt.

 

Panel "Naturvorstellungen in 'alternativen' Bewegungen und Milieus"

 

Die Entstehung „moderner“ Industrie- und Konsumgesellschaften im 19. und 20. Jahrhundert ging mit einem radikalen Wandel der alltäglichen Lebenswelten einher. Die voranschreitende Verwissenschaftlichung, Technisierung und Ökonomisierung veränderten die Ernährungsweise, die Wohnformen, die Freizeitaktivitäten, die Medizin, die Religiosität und viele weitere Lebensbereiche der Menschen. Gegen diese Entwicklungen positionierten sich immer wieder „alternative“, nicht-hegemoniale Bewegungen und Milieus, die eine „natürlichere“ Lebensweise propagierten. Sie suchten beispielsweise nach neuen Formen der Spiritualität, lehnten „künstlich“ hergestellte Medikamente und Impfungen ab, bevorzugten vegetarische Speisen oder gründeten Landkommunen mit Gleichgesinnten.

Die Natur spielte für diese Bewegungen und Milieus eine entscheidende Rolle als praktisches Handlungsfeld und als Bezugsfolie der eigenen Identitätskonstruktion. Dabei gab es aber keine einheitliche Vorstellung von Natur, die alle teilten. Sie konnte als unhinterfragbare Gesetzmässigkeit erscheinen, die alle Vorgänge und Handlungen schicksalhaft vorstrukturiert, oder die materielle Natur wurde als blosse Illusion aufgefasst, hinter der sich die wahre, geistige Natur der Dinge verbirgt. Sie konnte sowohl der Abgrenzung von einer als rücksichtslos und zerstörerisch interpretierten Industriegesellschaft dienen, als auch der Legitimierung sozialdarwinistischer und rassistischer Überlegenheitsfantasien.

Das vorliegende Panel möchte anhand ausgewählter Beispiele herausfinden, wie sich unterschiedliche Naturvorstellungen auf die Deutungsmuster und Handlungsweisen von Menschen in „alternativen“ Bewegungen und Milieus auswirkten. Wir gehen auch der Frage nach, wie diese Naturvorstellungen die politischen Einstellungen, Menschenbilder und Gesellschaftsideale der untersuchten Akteur*innen beeinflussten. Im Austausch zwischen den einzelnen Referierenden suchen wir nach Verbindungslinien zwischen den Akteur*innen und fragen nach Kontinuitäten der untersuchten Naturvorstellungen im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Nicht zuletzt versuchen wir herauszufinden, ob diese Naturvorstellungen weiterhin in „alternativen“ Bewegungen und Milieus zirkulieren und wo sie Bestandteil hegemonialer Diskurse geworden sind. Dazu werfen wir beispielsweise einen Blick auf aktuelle Debatten über den Klimawandel oder die Corona-Pandemie.

 

Referate: