Vom Wandervogel zum Klimastreik. Jugend in Bewegung(en)
18. Juni 2026, 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr, Schloss Frauenfeld
Im Rahmenprogramm der Sonderausstellung: «Leben & Lassen. Spuren des Menschseins» im Historischen Museum Thurgau. Mit anschliessendem Apéro in der Schlossremise.
Heute gilt die Jugend als Zeit des Aufbruchs, geprägt von der Suche nach Freiheit und der Infragestellung bestehender Ordnungen. Doch dass die Spanne zwischen Kindheit und Erwachsensein als eine eigenständige Lebensphase gilt, ist ein historisch junges Phänomen. Erst mit der Verlängerung der Ausbildungszeit, steigendem Wohlstand und ausgedehnter Freizeit wurde die Jugend im Verlauf des 20. Jahrhunderts immer sichtbarer – und damit auch politisch umkämpft.
Während Kirche, Staat und Politik versuchten, Jugendliche für ihre Zwecke zu gewinnen, erkämpften sich diese zeitgleich eigene Rechte, Räume und Formen der Selbstbestimmung. Dabei reicht der Bogen vom bürgerlichen Wandervogel um 1900 über kommunistische und nationalistische Jugendorganisationen in der Zwischenkriegszeit bis hin zu den Streiks und Blockaden der heutigen Klimajugend. Zur Geschichte der Jugendbewegungen zählen insbesondere auch das rebellische Auftreten der «Halbstarken», die Sit-ins der Protestierenden von 1968 sowie die militanten Jugendunruhen der 1980er–Jahre.
Im Abendvortrag fokussiert der Historiker Stefan Rindlisbacher auf die gesellschaftliche Rolle von Jugendbewegungen. Weshalb erscheinen Jugendliche immer wieder in der Schlüsselrolle während Phasen von gesellschaftlichem Wandel? Und warum gelten sie als besonders anfällig für politische Radikalisierung oder werden gar als Bedrohung der öffentlichen Ordnung wahrgenommen?
